(c) European Week of Cities and Regions

Vier Tage raus

Von Jonas Zerweck

Vergangene Woche fand in Brüssel die „European Week of Regions and Cities“ statt. Vier Tage lang Workshops, Networking und Austausch. Vertreter von EU-Förderprogrammen, von privaten Unternehmen und von den vielen Regionen und Städten Europas kamen dort zusammen. An diesen Tagen geht es seit fünfzehn Jahren jährlich um Zusammenarbeit und um Projekte auf kommunaler bis regionaler Ebene. Dass es nicht nur das europaweit größte Treffen von Vertretern der Regionen, sondern sogar weltweit ist, deutet ein wenig die Bedeutung dieser Zusammenkunft an.

Was hat das mit klassischer Musik zu tun? Nichts – nicht mal bei der Preisverleihung des „RegioStar“-Awards, der einzelne Projekte würdigt, wurde Musik gespielt. Doch die Tage in Brüssel haben mich auf eine völlig andere Art und Weise inspiriert, als es Musik kann, dem Gedankenfeld, auf dem ich mich täglich bewege, und das ist eine wertvolle Qualität. Direkte Projekte für die Menschen Europas in Bereichen wie Leben im Alter, Bildung, Umwelt und ähnliches sowie der spürbare Drang von mehreren Tausend Menschen enger zusammenarbeiten zu wollen, tragen ihre eigene Kraft. Solche Erlebnisse reißen den Alltag auf, und gleichzeitig heilen sie ihn, weil sie ihn bereichern. So nehme ich dann eben doch etwas für mein Feld der klassischen Musik mit: Ein Abend bei einem Brüsseler Freund in seiner internationalen WG wirft mal wieder die Europafrage auf – wie gelingt mehr Zusammenhalt und Zugehörigkeitsgefühl zwischen allen Menschen der Europäischen Union? Natürlich bleibt der Abend eine konkrete Antwort schuldig, doch ich muss an die Musik denken, unter den Künsten schließlich die emotionalste: Wenn es um ein fehlendes Gefühl bei den Menschen geht, welche Rolle kann Musik in diesem Prozess spielen? Und umgekehrt, liegt darin nicht auch eine Chance für sie?

© European Week of Cities and Regions

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