Elphi

von Miriam Stolzenwald

Da steht sie nun, auf einem Speicher
und macht die Hansestadt noch reicher.
Sie kostete viel Energie
die neue Elbphilharmonie!

Hamburg sei nun wirklich stolz,
verkündet Bürgermeister Scholz.
Denn nach zehnjähriger Wartezeit
ist man zum Empfang bereit.

Der Baustopp, der ist längst vergessen,
denn die Kosten war’n vermessen.
Und nun sind es 866 Millionen,
die in der HafenCity thronen.

Aus Stahl, aus Glas und aus Beton,
glitzert das neue Wahrzeichen.
2200 Glaselemente
setzen hier ganz neue Akzente.

Das Wasser kann dort reflektieren,
auf der Plaza geht man spazieren.
Auf über hundert Metern Höhe
ragt auf das Dach, wie eine Welle.

Was macht man nun an diesem Ort,
der ja nun ganz schön teuer ward?
Ein Haus für alle soll dasselbe
sein – mitten an der Elbe.

Konzerte, Sinfonien, Choral,
spielt man im wohl besten Saal,
den der Toyota-Akustiker,
mit 10.000 Gipsfaserplatten versah,
die alle einzeln konstruiert,
damit der Klang darin changiert.

Der Intendant, Herr Lieben-Seutter,
wird nun des Kunstwerkes Begleiter.
Karten gibt’s kaum noch für die Saison,
vielleicht noch für das Feuilleton.

In großer Konzert-Zeremonie,
wurd‘ sie eröffnet, die Philharmonie.
Und allesamt sind dagewesen,
Politiker und andere Wesen.

Herr Hengelbrock spielt Beethoven
und andere Intermezzien;
das Publikum ist sehr beseelt –
war’s das, was Hamburgs Musikszene fehlt?

Vergessen ist jetzt das Geschrei
und all die ganze Zankerei,
denn es gab wenig Harmonie
um den Bau der Elbphilharmonie.

Nun könn‘ wir nur die Daumen drücken,
dass dieses Haus die Stadt wird schmücken.
Beendet ist der Baustell‘n-Krieg –
ab nun ist Platz für die Musik.