Das Sommerloch

von Robert Colonius

Zur Sommerzeit kommt vieles zum Erliegen,
es fließt der Schweiß, es brennt die Luft, o Graus!
Manch einen zieht es in die Welt hinaus,
ein andrer muss sich mit Nichtstun begnügen.

Auch die Musik schweigt oft in dieser Zeit.
Wer übt schon gern, wer spielt schon schön und fein,
statt rauszugeh’n, ins kühle Nass hinein?
Kein Brahms, kein Bach, kein Bass, kein Gong bereit.

Kein Blau des Himmels, noch das Gelb der Sonne,
kein Strand und auch kein Meer sorgen für Wonne,
von nichts ertönt Musik, nicht die geringste.

Doch liegt das erste gelbe Blatt am Grunde,
weiß man sogleich nach diesem frohen Funde:
Jetzt kommt sie wieder, die Kunst aller Künste.